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| Protest in Puerto Aisen |
Ausnahmezustand in Suedchile und in Nordbrasilien, 22. Februar 2012 - Nach einigen Jahren beruflichen Auslandsaufenthalts bin ich in den vertrauten deutschen Alltag zurueckgekehrt. Im selben Augenblick erleben aber die Menschen an meinen beiden Standorten in Suedchile und in Nordbrasilien, aus unterschiedlichen Gruenden, kritische Situationen.
In der Region Aisen in Suedchile kaempfen zur Zeit Menschen auf den Strassen um ihre Grundversorgung gegen die Polizei, die aus der fast1500
km entfernten Hauptstadt Santiago Verstaerkung bekommen
hat. Wichtige Produkte, wie Lebensmittel, Kraftstoff,
Gas zum Kochen und Heizen, werden im lokalen Schiffshafen im Fjord von Puerto
Chacabuco zurueckgehalten. Auch in der Hauptstadt Coyhaique im Inneren der
Region gibt es gewaltsame Konfrontationen, die auf den Strassen zu Verletzten
gefuehrt haben. Das alles vor dem Hintegrund des langjaehrigen Widerstandes
gegen grosse Wasserkraftprojekte, die der lokalen Bevoelkerung dieses Teils der
patagonischen Naturlandschaft nicht geheuer sind (Aktuelles in:
http://www.radiosantamaria.cl).
In der Region Aisen in Suedchile kaempfen zur Zeit Menschen auf den Strassen um ihre Grundversorgung gegen die Polizei, die aus der fast
In Acre, im
amazonischen Teil Brasiliens, ist jetzt Regenzeit. Die Fluesse sind dieses Jahr
hoeher angestiegen als in den letzten Jahren. Die Ueberflutungen erreichten
besiedelte Orte im Grenzgebiet zwischen Brasilien, Bolivien und Peru und
zwangen bereits mehr als 6000 Menschen, ihr Haus zu verlassen und Unterkunft in
Schulturnhallen zu suchen. San Pedro de Bolpebra auf der bolivianischen Seite
ist inden vergangenen Tagen von der Landkarte verschwunden. Unter den
Obdachlosen sind auch einige Hundert haitianische Fluechtlinge, die bei dem
Erdbeben im Januar 2010 ihr Heim verloren haben und nun ihr Glueck im
aufstrebenden Brasilien suchen. Einheiten des Zivilschutzes helfen vor Ort,
aber die Kommunikationssysteme sind unterbrochen. Wettereprognosen gelangen nur
auf Umwegen zu den Menschen. Das Hochwasser laesst keine Zeit zum Nachdenken
ueber die Ursachen der Katastrophe. Doch im Grund ahnen alle Betroffenen, dass
eine Kombination von Folgen lokaler Abholzung und globaler Klimaveraenderungen
im Spiel sind (weitere Information in: http://www.agencia.ac.gov.br/).
Regionale
Entwicklung braucht in derartigen Extremsituationen strategische
Planungsinstrumente und Routinemechanismen, die den Schaden begrenzen helfen.
Effiziente Buergerbeteiligung und Konfliktmanagement sind genauso Bestandteil
einer demokratischen Regionalentwicklung, wie das Beispiel von Suedchile
verdeutlicht, wie verstaerkte Risiko- und Katastrophenvorsorge im Kontext
globaler Veraenderungen, mit Blick auf die Zustaende in Teilen Amazoniens in
Nordbrasilien und einigen Nachbarlaendern.

